Gemeinsam grün werden
Die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft braucht Kooperationen.

Die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft braucht Kooperationen.

Die europäische Kunststoffwirtschaft steht unter massivem Transformationsdruck: Während Politik und Industrie den Ausbau zirkulärer Stoffströme vorantreiben wollen, verliert Europa bei Produktion, Recyclingkapazitäten und Investitionen zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit.

Die deutschen Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien blicken laut einer aktuellen Umfrage der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen etwas zuversichtlicher auf das vierte Quartal 2026. Der Rohstoffschock infolge der Straße-von-Hormus-Krise und die neuen Pflichten der PPWR zeigen aber: Ohne mehr Rezyklatkapazitäten wird die Branche ihre Abhängigkeit von fossiler Neuware kaum verringern können.

Nordrhein-Westfalen will Rohstoffe länger nutzen, industrielle Abhängigkeiten verringern und die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen stärken.

Die deutschen Treibhausgasemissionen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig ge-sunken. Hinter dieser weitgehend stabilen Entwicklung verbergen sich jedoch deutliche Un-terschiede zwischen den einzelnen Sektoren.

Der größte deutsche thermische Verwerter EEW Energy from Waste betreibt auch eine Anlage im niederländischen Delfzijl.

Seit 20 Jahren organisiert Lightcycle die Rücknahme und das Recycling ausgedienter Lampen und Leuchten. Zum Jubiläum zieht das Unternehmen Bilanz: Rund 150.000 Tonnen Material wurden seit Gründung dem fachgerechten Recycling zugeführt.

Beim ersten Digital Waste Day am 17. September 2026 in Stockstadt am Rhein diskutierten rund 180 Teilnehmer*innen über den praktischen Nutzen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz in der Recycling- und Entsorgungswirtschaft. Rund 30 digitale Lösungen wurden vorgestellt, von KI-gestützter Sortierung bis zur automatisierten Tourenplanung.

Der BDE spricht sich gegen eine Verschiebung der ab 2029 geltenden Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen aus. Der Verband schlägt eine Abgabe auf deponierte Klärschlammasche vor und fordert zugleich einen rechtssicheren Rahmen für den Einsatz von Phosphorrezyklaten.

Beim 6. Vinyl-Plus-Nachhaltigkeitsforum in Bonn haben Vertreter*innen aus Industrie und Wissenschaft diskutiert, wie Ökodesign und neue Verwertungstechnologien die Kreislaufführung von PVC verbessern können. Im Mittelpunkt stand die überarbeitete Selbstverpflichtung Vinyl Plus 2030.

Eine Studie von Fraunhofer Umsicht im Auftrag von Interzero besagt: Durch die Kreislaufführung von 2 Millionen Tonnen Wertstoffen wurden 2025 über 900.000 Tonnen Treibhausgase und 7,2 Millionen Tonnen Primärressourcen eingespart. Erstmals wurde auch die eingesparte Rohölmenge berechnet. Zugleich bremsen Verbund- und Multilayer-Verpackungen im Gelben Sack den Recyclingprozess.

2025 kamen in der Europäischen Union 31,9 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken als Sekundärrohstoffe zum Einsatz.

Die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft stellt die Nutzung von Kohlenstoff grundlegend auf den Prüfstand.

Mehr als 280 Fachleute diskutierten in Hamburg über Sortiertechnik, Emissionshandel, CO₂-Abscheidung und neue Vorgaben für Altholzanlagen.

Während die Dekarbonisierungsbemühungen der europäischen Stahlindustrie ins Stocken geraten, ent-stehen in anderen Regionen der Welt neue Produktionskapazitäten, die explizit auch für den Export nach Europa ausgelegt sind.

Der bvse schlägt für die künftige Alttextilsammlung ein kooperatives System mit Herstellerfinanzierung und zentralem Clearing vor.

Am Entsorgungszentrum Warden verbindet die AWA Photovoltaik, Deponiegas, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur zu einem Energiesystem.