Der primitivste Blockbau ist der aus unbearbeiteten Stämmen, bei dem die Fugen mit Moos oder Werg [Hanf] gedichtet sind. Der Blockbau kann in späteren Jahren, wenn er sich genügend gesetzt hat, verschindelt oder verbrettert werden (Beispiel S. 93). Es ist notwendig, über sämtlichen Wandöffnungen einen Luftraum von 3-5 cm, je nach der Höhe des Fensters oder der Tür, vorzusehen, um Setzungsschäden zu vermeiden.
Die Dübel, welche die einzelnen Blöcke miteinander verbinden, dürfen nie rund, sondern müssen kantig sein und satt passen. Da ihre Holzfaser senkrecht zur Faserrichtung der Wände verläuft, muß über ihnen genügend Luftraum vorhanden sein, damit das Setzen der Blockwand nicht gehindert wird.
Vereinzelt vorkommende senkrechte Hölzer (Tür und Fensterpfosten) müssen mit einem Schwebezapfen versehen werden. Werden Blockhäuser innen vertäfelt, so ist darauf zu achten, daß diese Vertäfelung in der halben Wandhöhe an der Blockwand befestigt wird, am Fußboden muß die Scheuerleiste Raum lassen, damit beim Setzen der Wand die Vertäfelung hereingleiten kann. Ebenfalls ist an der Decke eine dementsprechend gestaltete Profilleiste vorzusehen. Die Konstruktion und der Anschluß der Zwischenwände ist von großer Bedeutung. Die Verwendungsmöglichkeiten des Blockhaus sind wegen der hohen Kosten und der großen Setzung des liegenden Holzes durchaus beschränkt. Besonders an den Treppen und Schornsteinen ergeben sich konstruktive Schwierigkeiten. Bei mehrgeschossigen Häusern und Häusern mit Installation ist die Anwendung des Blockbaus bedenklich. Bei größeren Blockbauten muß die Grundschwelle bei der Tür des festeren Verbandes wegen durchlaufen. Die bei der Tür durchgehende Grundschwelle ist immer dann besonders empfehlenswert, wenn auf einen guten Anschlag und zuverlässige Dichtigkeit (Eindringen von Schnee oder Regen) besonderer Wert gelegt werden muß. Der Blockbau erfordert ein beachtliches handwerkliches Können der Zimmerleute und ein ausgesucht gutes Bauholz, womöglich nur aus hohen Gebirgslagen.
Zum massiven Holzbau gehören auch die skandinavischen Bohlenbauweisen mit stehenden Bohlen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Felder eines normalen Fachwerks mit stehenden gespundeten Bohlen auszusetzen. Dabei werden die Bohlen durch Nutung mit den Schwellen, dem Rähm und den Stielen des Fachwerks eng verbunden, um durchgehende Fugen zu vermeiden. Außen wird das Haus verschindelt oder verschalt. Diese Bauart ist im Baltikum und in Finnland weit verbreitet. Beim alten Schwarzwälder Ständerbau wurden die einzelnen Felder mit liegenden Bohlen ausgesetzt. Beim Setzen der Bohlen entstanden Fugen, die nachträglich gedichtet werden mußten.
Die Bauweisen wirken sich auf die Gestaltung so vielfältig aus, daß man sich erst wieder daran erinnern muß, daß alle vorangehenden Tafeln die gleiche Ansicht ein und desselben Hauses darstellen.






