Bau- und Umweltamt in Helsinki

 - Jakob Schoof

In Finnland hat die Baubranche bereits Erfahrungen mit BIM. Bereits 2007 wurde die Methode für öffentliche Bauvorhaben ab einer Million Euro Bauvolumen zur Pflicht und entsprechend lange arbeiten die größeren Architektur- und Ingenieurbüros schon mit dreidimensionalen, semantischen Gebäudemodellen. Mit dem Kaupunkiympäristotalo – deutsch: Haus der städtischen Umwelt – geht die Stadt Helsinki nun noch einen Schritt weiter und will das Gebäudemodell auch für den späteren Gebäudebetrieb nutzen. Ebenso wichtig war dem Bauherrn die frühzeitige Einbindung seiner Mitarbeiter – der späteren Nutzer des Gebäudes – in die Planung mithilfe dreidimensionaler Visualisierungen. In dem Neubau von Lahdelma & Mahlamäki fasst die Stadt erstmals ihre Behörden für Stadtplanung, Wohnungsbau und Umwelt unter einem Dach zusammen. Platz dafür bot sich im ehemaligen Hafen- und Industrieviertel Verkkosaari im Osten von Helsinki, einem der wichtigsten Wachstumsareale der Hauptstadt. Bis 2040 sollen hier rund 25 000 Personen wohnen und 10 000 arbeiten. Der L-förmige Baukörper schließt einen Blockrand und fügt sich mit seiner Lochfassade aus braunen Ziegeln nahtlos in das Quartier ein, das seinen etwas rauen Charakter dank einiger erhalten gebliebener Industriebauten bis heute bewahrt hat. Die gleiche Materialpalette, ergänzt durch helles Holz und Sichtbeton, prägt auch die Innenräume. Hier liegen die Installationsleitungen, nur gelegentlich verdeckt durch Heiz- und Kühldecken oder abgehängte Holzlamellen, offen unter der Decke.

Bau- und Umweltamt in Helsinki
© Kuvatoimisto Kuvio