Grace-Farms-Stiftungszentrum in New Canaan

 - Sabine Drey

Der Reiz des »River Buildings« der Grace Farms liegt wie so oft bei den Bauten von Sanaa in seiner grazilen Leichtigkeit. Als hauchdünnes, 400 Meter langes Band folgt das glänzende, mit Aluminium gedeckte Dach den Hügeln des Geländes, scheinbar schwebend auf filigranen Stahlstützen mit nur 13 Zentimetern Durchmesser. Diese »Entmaterialisierung« hat ihren Preis. Die rahmenlosen, gebogenen Isolierglasscheiben, die blasenförmig die verschiedenen Nutzungsbereiche einhüllen, mussten mehrere spezialisierte »Stationen« durchlaufen: Sie wurden in England hergestellt, in Spanien gebogen, in Deutschland montiert und in Connecticut zusammengesetzt. Einen Eindruck von Sanaas Perfektionismus vermittelt auch ihr Anliegen, die bis zu 30 Meter langen in Kanada gefertigten Brettschichtholzträger des Dachs fugenlos zu erstellen: Die Transporter mussten die Rocky Mountains umkreisen, weil sie die kurvigen Straßen mit der langen Fracht nicht befahren konnten. Auf dem rund 32 ha großen Gelände in New Canaan verwirklichten die Gründer der Grace-Farms-Stiftung ihren Traum einer Einrichtung für »Natur, Kunst, Recht, Gemeinschaft und Glauben«. Von Basketballspielen, Naturkundeausflügen, juristischen Beiträgen, über Kunstveranstaltungen und Gottesdienste bietet das Zentrum ein breit gefächertes Programm. Sporthalle und Auditorium markieren die Endpunkte des Gebäudes, dessen Dach dem Bewegungsfluss folgend offene Bereiche mit den geschwungenen gläsernen Einbauten verbindet.

Grace-Farms-Stiftungszentrum in New Canaan
© Dean Kaufman