Observations- und Forschungszentrum am Furnas-See, São Miguel

An den Ufern des Furnas-Sees auf der Azoreninsel São Miguel verströmen Fumarolen ihre heißen Dämpfe. Der vulkanische und seismologische Charakter der Insel macht sie für Forscher besonders interessant. Um auswärtigen Fachleuten einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen, entstanden ein Forschungszentrum und ein kleines Gästehaus mit vier flexibel möblierbaren Einheiten. Die Gebäude sind Bestandteil einer Reihe von gestalterischen Maßnahmen rund um den Kratersee, die den Uferbereich aufwerten. Den neu erschlossenen Rundwanderweg werden in Zukunft mehrere Bootshäuser und Serviceeinrichtungen für Wanderer ergänzen. Die Architekten bedienten sich einer reduzierten Materialpalette mit dem Anliegen, eine harmonische Einheit zwischen den neuen Baukörpern und der umgebenden Landschaft herzustellen. Regionaler, grob gesägter Basaltstein überzieht die wie Kieselsteine am Ufer liegenden Kuben. Die monolithisch wirkenden Volumina basieren alle auf einem leicht verzogenen quadratischen Grundriss mit nahezu gänzlich geschlossenen Fassaden und Walmdächern. Im Inneren sind die Räume homogen mit dem rötlichen Holz der heimischen Pinien verkleidet. Die Belichtung erfolgt lediglich über die Eingangstüren oder dem aus dem Kubus herausgeschnittenen Innenhof. So stört keine Öffnung die makellosen steinernen Hüllen.

Observations- und Forschungszentrum am Furnas-See, São Miguel
© FG+SG Fotografía de Arquitectura