Die neue, ca. 1300 m2 große Empfangshalle ist Bestandteil einer städtebaulichen Neuordnung des Zentralbereichs der Universität Bremen. Die Halle verbindet zwei Ebenen – einen aufgeständerten Boulevard und den öffentlichen Straßenraum mit Bahnlinie. Die minimierte Konstruktion aus Stahl und Glas steht in deutlichem Kontrast zu den schweren Betonkonstruktionen der angrenzenden Gebäude und wirkt, obwohl sie an zwei Seiten an den Bestand anschließt, von außen fast wie ein Solitär. Der nicht klimatisierte Raum enthält neben großzügigen Treppenanlagen kleinere Läden, einen Aufzug und eine Medienwand. Das Dachtragwerk der 15 m hohen Glashalle wird von sechs V-Stützen und sechs auf dem vorhandenen Gebäude stehenden Pendelstützen getragen. Diese sind über eingesetzte Edelstahlkugeln gelenkig gelagert. Die Dachkonstruktion selbst besteht aus einem orthogonalen, biegesteif verschweißten System von Haupt- und Nebenträgern. Neben den üb-lichen Verkehrslasten nimmt sie Zugkräfte aus vertikal gespannten Seilen auf, an denen die Klemmhalter der Fassadenverglasung befestigt sind. Die Träger aus verschweißten Blechen sind hierzu im Randbereich den Schnittgrößen entsprechend gevoutet. Sechs Hauptträger im Abstand von 7,20 m gliedern die Konstruktion. Zusammen mit den dazwischen eingehängten Nebenträgern bilden sie eine horizontale steife Dachscheibe. Die vertikale Aussteifung ist in Hallenquerrichtung durch die statisch bestimmte Lagerung auf V-Stützen und Pendelstützen sowie zusätzliche Abspannseile an den Giebelseiten gewährleistet; in Längsrichtung sind zwei Felder zwischen den Pendelstützen durch Seile ausgekreuzt. Die Dachfläche ist mit vierseitig gelagerten, betretbaren Glasscheiben eingedeckt. Die Tragseile der Fassaden werden durch Federelemente an den Fußpunkten unter konstanter Vorspannung gehalten. So konnten die Vorspannkraft und damit die Profilquerschnitte des Dachtragwerks klein gehalten werden.
