Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Berlin befand sich in den Jahren 1945 bis 1950 ein sowjetisches Internierungslager. Im so genannten »Speziallager Nr. 7/Nr. 1« wurden 60 000 Menschen gefangen gehalten, 12 000 von ihnen starben an Krankheiten oder Hunger. An die Opfer des sowjetischen Geheimdienstes erinnert seit Ende 2001 der Museumsneubau auf dem Lagerareal. Der dunkel glänzende, flache Baukörper liegt direkt an der Mauer des Konzentrationslagers, zwischen Friedhof und ehemaligen Gefangenenbaracken. Um die bestehenden niedrigen Gebäude nicht zu überragen, ist der eingeschossige Quader in den Boden eingelassen. Das Gebäude nimmt sich in seiner äußeren Gestalt stark zurück und spiegelt in den glatten Betonwänden, die mit einer Hydrophobierung versehen wurden, die kargen baulichen Zeugnisse und die landschaftliche Tristesse wider.
